Saturday, January 06, 2007

NahostNahostNahost

Neulich kam dies bei einer Diskussion ueber den Nahostkonflikt vor:

Im Bezug auf den Nahostkonflikt habe ich meine eigene, zugegebenermassen leicht Zynische Haltung. Ich denke die Loesung des Konflikts wird offensichtlich eine Zwei-staatenloesung auf Basis der Grenzen von 1967 sein. Das weiss heute jeder und ich verstehe dieses ganze Herumgemurkse und diese elende Emotionalisierung nicht. Nuechtern betrachtet ist Palaestina/Israel nun wirklich ein sehr kleiner und unbedeutender Flecken Erde und man sollte vielleicht versuchen mal auf dem Teppich zu bleiben. Was dort geschiet ist ungerecht, aber ich habe den Eindruck das es seit 40 Jahren ebenfalls eine wilkommene Ablenkung von den schreienden Ungerechtigkeiten in der Arabischen Welt selbst ist. "Siasa" (Politik) ist heute ja fast gleichbedeutend mit Lamentieren ueber Palaestina - und dann bleibt kaum Zeit um sich ueber die alltaeglichen Probleme im eigenen Land zu unterhalten. Zudem ist dieser Konflikt inzwischen derartig emotionalisiert dass er droht die halbe Welt in eine weit gefaehrlichere Auseinandersetzung hineinzuziehen. Will sagen, die Emotionen auf beiden Seiten drohen mehr Leid zu verursachen als der Konflikt selbst es jemals koennte.

Thursday, September 28, 2006

Juergen Trittin an Edmund "Edelmann" Stoiber zum 65.

"Wenn Sie von München nach Berlin... in 65 Jahren, dann starten Sie im Grunde genommen, starten Sie Ihre Bundeskarriere, 65 Jahre, schauen Sie sich mal die großen Präsidenten an in London oder sonst wo, Charles de Gaulle in Frankreich oder in äh Rom, dann werden Sie feststellen, dass 65 Jahre Sie jederzeit locker in München brauchen um das Kanzleramt zu finden. Wenn Sie vom Wirtschaftsministerium, äh der Staatkanzlei einsteigen, - das bedeutet natürlich dass im Grunde genommen das Kanzleramt näher an Bayern heranwächst, weil das ja klar ist, weil alle Linien in Bayern zusammenlaufen. Lieber Herr Stoiber: Herzlichen Glückwunsch zum 65.Geburtstag."

Monday, July 31, 2006

Teufelskreis - Leserbrief an die Zeit zur Bombardierung Kanas

Das ist in der Tat der Teufelskreis in den sich der Westen mit der Idee vom "Krieg gegen den Terror" hineinmanövriert hat: Konventionelle Waffen sind in einer asymmetrischen Auseinandersetzung nur dann wirkungsvoll wenn sie massiv eingesetzt werden und demnach ceteris paribus deutlich mehr Kollateralschäden anrichten als in einem Krieg zwischen zwei Staaten. Diese Kollateralschäden wiederum verschaffen dem Gegner Legitimität und Zulauf, zumal die etablierte internationale Rechtsordnung (auf die sich der Westen regelmäßig beruft) derartig exzessive Gewaltanwendung explizit ächtet. Dieses Problem hat Israel im Libanon und in den palestinänsischen Gebieten, die Amerikaner haben es im Irak und die Russen in Tschetschenien.

Es gibt daher m.E. nur drei mögliche Strategien diesen zunehmend globalen Konflikt beizulegen:

1. Die „tschetschenische Variante“, in der moralische Bedenken beiseite geschoben werden und das Maß asymmetrischer Gewaltanwendung enorm gesteigert wird. Man schwächt die Guerilla dann im selben Umfang in dem die Bevölkerung zermürbt. Es ist allerdings unklar ob und wann ein Wiederaufbau der betroffenen Regionen unter dieser Variante möglich ist.
2. Der Westen zieht sich um den Preis einer höheren eigenen Verwundbarkeit an den oben genannten Fronten zurück und hofft dass die betroffenen Gesellschaften trotz allem auf lange Sicht den islamischen Fundamentalismus durch interne politische Prozesse einhegen (die wahrscheinliche irakische Variante).
3. Der Westen verzichtet auf einen Grossteil seiner militärischen Überlegenheit, nimmt höhere eigene Verluste in Kauf und investiert gleichzeitig in politische Prozesse die eine langfristige Verständigung mit den gemäßigten Unterstützern des militanten Islamismus.

Sunday, July 16, 2006

When you see the flash: duck and cover

Von Steffen aus Tel Aviv:

Bei mir ist die Lage um einiges unspektakulärer als in Beirut, ich darf mich im sicheren Tel Aviv aufhalten...heute.
Gestern war ich mit unserem Korrespondenten in Sarit an der Grenze zum Libanon. Wenn plötzlich eine Salve von Kartjusha-Raketen 50 Meter entfernt einschlägt, überlegt man sich natürlich schon, ob es Sinn macht, sich freiwillig dieser Gefahr auszusetzen.
Dazu kommt noch, dass man gar nicht weiß, wie man sich verhalten soll, wenn die Rakete nun nicht im Nachbarhaus, sondern direkt bei mir einschläg, mit einem lauten Pfeifen hört man sie heranfliegen und dann: denn Kopf einziehen? auf den Boden legen? Das kommt davon, wenn man in der kriegsfreien Blase Mittel-Europa aufwächst. Aber der Besitzer des Hauses, wo ich meinen Schnittplatz aufgebaut hatte, hat mir nach dem Angrif versichert: Don´t worry, the house is made of concrete.
Familien mit kleinen Kindern saßen im Bunker, die Kinder spielten dort seelenruhig und ignorierten das Getöse. Waren eben schon daran gewöhnt nach 2 Tagen. Frauen saßen auf der Treppe, lachten. Kaffeklatschatmosphäre. Dann, nach 20 Minuten ist alles vorbei, wie ein Gewitter das vorüberzieht. Allerdings mit der Gewissheit, dass es am Abend wiederkommt.
Noch etwas Rauch lag in der Luft. Niemand wurde verletzt.

Abends war ich wieder in Tel Aviv, vor dem Ausgehen habe ich mit Freunden noch eine Show im israelischen zweiten Kanal angesehen: Die nationale Variante von "Teen Idol". Dieses Mal aus Solidarität aus Kirjat Schmona gesendet , einem Ort in Norden, der gestern sehr stark unter Beschuss lag . Man soll sich das mal vorstellen, Dieter Bohlen und Jury sitzen auf Klappstühlen im Freien, vorne trällern die Casting-Teilnehmer, im Hintergrund hört man die Raketen einschlagen...

Saturday, July 15, 2006

Getting out of Beirut

This is from xyxyxy who is currently in Beirut:

hi everyone!

sooooooooooooooooo yup some bombings and shit going on. no i did not leave lebanon before the bombings started, and they pretty much started with the airport -- so leaving right now is pretty much out of the question. not just for me but for most everyone. (most ppl who are urgently trying to flee are going through syria, but roads to syria are being attacked too -- israel afraid that soldiers will be taken and hidden in syria -- and the line at the leb/syria border is apparently miles long)... anyways syria sucks.

yes i'm ok. yes everyone i know is ok. israel's attacks have been tactical so far and apart from the south have not really gotten close to any civilians... it's really not as dangerous as it sounds... mostly ppl aren't going out and like 70% of everything is closed... and a lot of planes and bombs sounds... (i thought it was fireworks for the first day.....) :) hmmm what else... huge rush to get gas, it was sooooooooooooo US in the 70s but only lasted for like an afternoon...

that's about it... hope everyone's doing well and having a great summer...

mwah
xyxyxyxy

ps: oh and the cable went out for like 2 hrs today. i got really grumpy.

Thursday, May 11, 2006

"... because she's an American citizen" Teil II

(bitte erst unten lesen)

Nochmal zuerueck zu der Geschichte in Charlotte:

Nachdem mich der freundliche Herr von der secondary inspection abgefertigt hatte, erzaehlte ich ihm vom Verhalten seines Kollegen. Daraufhin entschuldigte er sich und gab mir - wie in einer service-orientierten Gesellschaft ueblich - eine comment card. Obwohl ich mir etwas veraeppelt vorkam fuellte ich diese waehrend dem Weiterflug nach Boston aus. Was sollte ich auch sonst tun. Man konnte ankreuzen ob man sexuell belaestigt worden war, ob man sich diskriminiert gefuehlt hat, etc.

Natuerlich bekommt man auf diese Dinger nie eine Antwort. Zumindest war mir das vorher noch nie passiert.

Heute, zwei Monate spaeter rief dann ein aelterer Herr mit breitem Suedstaaten-Akzent an und stellt sich als Chef der CBP (customs and border patrol) in Charlotte vor. Er entschuldigte sich 25 Minuten lang fuer das Verhalten seines Untergebenen und liess sich den Vorfall nochmal genau schildern. Er sagte dass dies nun Folgen haben wuerde und dass ich jederzeit in Charlotte wieder willkommen sei.

Was lernt man jetzt daraus?

1. Aller Achtung vor dem System bei dem Beschwerden auf kleinen Karten die man am Ende zusammenfaltet, anleckt und unfrankiert wegschickt ernst genommen werden.

2. In den USA erreicht man als wohlerzogener Konsument am Meisten.

3. Maul aufmachen wo es nur geht.

"... because she's an American citizen" Teil I

Wegen meines arabischen Namens habe ich oft Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA. Die bisher beste Geschichte habe ich danach aufgeschrieben und an das international office geschickt. Hier ein Auszug:


"On March 5th 2006 I was returning from a short trip to Europe. My itinerary involved a short layover in Charlotte, NC, where I went thorough customs. As usual I had a short conversation with the officer at primary inspection, during which the officer learned that I had been visiting my partner in London, and that I was of Arab descent. It then came to an exchange of words that I want to quote literally:

“So who is paying for your PhD anyway?” I answered that I had received a scholarship from Harvard. The officer replied “Well, that is just unbelievable”, shaking his head and expressing his disbelief several times over. He then continued: “My daughter is paying for her PhD. – And you want to know why? It’s because she is an American citizen.” He then took my documents off me and rang the bell for the attendant. I asked whether I was now going into secondary inspection. He said “yes, but you already knew that, didn’t you”. The officer was so agitated that he even forgot to fingerprint me. I then spent the next hour and a half waiting for secondary inspection, after which a different officer processed me within five minutes, apologizing for the fact that I had been through this procedure numerous times bef"ore.


This was the worst experience I have had with Customs and Border Protection (CBP) so far, and it was resolved relatively quickly. However, I cannot help but wonder what would have happened if the roles of the two officers I encountered that day had been reversed. As far as I understand immigration law, F1 visa holders have no rights before they enter the US, meaning that I could have been detained or deported without any further procedure. It seems that individual CBP officers have rather large discretion in how they treat travelers. Given the open hatred I have experienced during the incident I describe here, this is a worrying thought.



As an academic and a foreigner in this country I rely heavily on the ability to travel. The question whether I will always be able to return to the place where I live and work is therefore paramount not only for my career plans, but for my peace of mind."

Die Antwort auf dieses Schreiben war im Prinzip nur: "Ja, es ist schlimm aber man kann nichts machen. Wir haben schon ganz andere Geschichten gehoert."

Fortsetzung oben!

Saturday, April 29, 2006

The Homosexual

Da soll nochmal einer sagen das Fernsehen wirke nicht aufklaererisch:

http://www.youtube.com/watch?v=bY6we6D-Mx0